Achtsamkeit, oder einfach das beste aus dem machen was das Leben dir gibt…

Ein gutes Beispiel das ich keinen Alkohol brauche um unterwegs zu Eskalieren,
kann ich vom gestrigen Abend berichten, das ist auch eine gute Einleitung zum eigentlichen Thema.

Gestern packte mich sehr spontan die Lust nochmal um die Häuser zu ziehen…

Natürlich hatte wie immer, keiner meiner Bekannten & Freunde Zeit so das gleich klar war das ich alleine losziehen müsste, sowas kostet doppelt an Überwindung…

Ich versuchte mich dann noch zu drücken in dem ich mir eine Pizza bestellte die ich nur in Unterwäsche in meinem Bett ass, eigentlich der Todesstoß für jeden aufkeimenden Gedanken an eine Nacht auf St Pauli.

Aber der Drang mich auf einen kleinen Tingeltangel auf die Reeperbahn zu wagen ließ mich nicht los…

Also schleppte ich meinen, leicht fresskomatösen Kadaver doch noch unter die Dusche, rasierte in Ruhe die Konturen meines Bart´s nach denn ich sah ein wenig verwildert aus, legte After Shave auf und zog mich an.

Dann schnappte ich mir mein Rad für kurze Strecken,
ein FELT BMX und machte mich gegen 8 Uhr auf den Weg.

Mein Plan war in verschiedenen Läden auf dem Kiez verschiedenen Freunden die dort als Barmenschen, Türsteher, Discjockeys oder Stripperin arbeiten hallo zu sagen, jeweils ein Malzbier zu trinken und dann die letzte Fähre, auf die ich wegen meinem Rad angewiesen bin um zurück auf meine Insel zu kommen, zu nehmen…

Diese Fähre geht um 23:45 Uhr von den Hamburger Landungsbrücken, das Problem an der Sache, meine Freunde wissen das auch…

Ich war also erst in meiner Lieblingsbar auf der Reeperbahn, der Olivia Jones Bar und hab da mein Alkoholfreies Radler gesüffelt ( Malzbier bekomme ich dort trotz Monatelangem Betteln nicht ) und bis dahin lief dann noch alles nach Plan, auch wenn meine Freunde schon gewitzelt haben das sie mich ablenken werden so das ich nicht nach Hause komme…

Das haben sie auch tatsächlich geschafft, wie kann ich hier nicht sagen 😉

Ganz kurz war ich tatsächlich genervt

Ich bin dann weitergezogen zu einem guten Freund der an diesem Abend aufgelegt hat, ich muss sagen alleine dafür hätte es sich gelohnt aus der gegebenen Situation einfach das beste zu machen denn.

Ich weiß nicht wann ich das letzte mal um halb sieben zuhause war seid dem ich nicht mehr trinke?

JA Achtsamkeit und das beste aus einer Situation zu machen kann auch in Alkoholfreier Eskalation enden.

Es war tatsächlich so verdammt gut gestern.

Einfach mal neben nem guten Kumpel wie dem grandiosen DJ und Musiker Lesley von der Hamburger Band Der Fall Böse der einen Endboss Musikgeschmack hat, am DJ Pult zu stehen.

Eskalieren, Stundenlang einfach nur tolle Musik hören und immer wieder feiern wenn wieder etwas kommt mit dem man absolut nicht gerechnet hat…

Aber dann forderte das frühe aufbrechen, der Rauch und die schlechte Luft dann seinen Tribut…

Irgendwann bin ich so abgekackt und kam in ein richtiges Formtief, etwas was ich früher mit noch mehr Schnaps und Bier und vielleicht Kokain bekämpft hätte.

Aber sowas gibt es bei mir nicht mehr und so habe mich so gegen 4:30 von Lesley verabschiedet.

Hab mir mein BMX Rad geschnappt und wollte nochmal in die Olivia Jones Bar in der Großen Freiheit für ein letztes Getränk, da war aber schon zu…

Jetzt kommt die letztendliche Situation weswegen ich hier so einen Roman über Achtsamkeit schreibe auch endlich…

Also ich runter zum Fischmarkt da ich ja durch mein Experiment kein Smartphone dabei hatte um vorher mal nachzusehen die große Überraschung, die erste Fähre fährt erst um 5:50 Uhr

Haha wie geil dachte ich so bei mir und bin fast ausgerastet, dachte dann aber auch ziemlich schnell…

Ich mach einfach das beste daraus noch fast 2 Stunden warten zu müssen…

Ich bin dann, weil ich keine Lust hatte zurück auf den Kiez zu fahren, um dann wieder in den Lärm & Rauch der Partymeile einzutauchen einfach gaaaaaaaanz langsam und BEWUSST an der Elbe lang zum Elbstrand gecruist auf meinem Rad.

Da wo sich sonst bei dem kleinsten Sonnenstrahl tausende Touristen und Einheimische fast stapeln war nun rein gar nichts los.

Nur die Möwen die über einem kreischten und die gewohnten Geräusche des Containerterminals, die Luft war zudem fantastisch, ganz klar und süßlich, etwas was mir in Hamburg noch nie bewusst aufgefallen ist…

Als ich am Museumshafen Övelgönne ankam, der Station die am Hamburger Elbstrand liegt hatte ich noch circa 1 1/4 Stunden bis die Fähre nach Hause kommen würde.

Mittlerweile war ich ruig und entspannt und genoss das was mit mir passierte durch diese ganzen Zufälle die zu dieser Situation geführt hatten…

So schloß ich in aller Ruhe mein Rad an und hab mich da dann im langsam heller werdenden Hafen, mit einer unglaublichen Geräuschkullise um mich herum das durch tausende Vögel verursacht wurde die rundherum auch langsam wach wurden, in einen Strandkorb eines Cafe´s gelegt um etwas zu dösen und das Spektakel zu geniessen…

Ich schaffte es diesen Moment ganz auszukosten und Achtsam alles um mich herum wahrzunehmen…

Jetzt wo ich es versuche zu beschreiben, merke ich das dass eher schwer ist.

Ich glaube am besten beschreibt es totaler Frieden mit mir selbst & der Situation…

Als die Fähre kam um 5:57 Uhr war ich tatsächlich unheimlich glücklich über die Verkettung all dieser Umstände die dazu geführt haben das ich all das geniessen konnte…

Auch wenn ich wirklich alle bin von dieser Nacht, den halben Tag verschlafen habe und jetzt dringend veganes Junkfood brauche kann mir nichts diese Stunde im Strandkorb nehmen wo der Elbstrand & der frühe Morgen mit seinen Geräuschen und seiner ganz besonderen Atmosphäre ganz alleine mir gehört haben…

Ich bin dann noch eine Runde mit dem Hundopa gelaufen und bin glücklich aber tot müde ins Bett gefallen…

4 Gedanken zu „Achtsamkeit, oder einfach das beste aus dem machen was das Leben dir gibt…&8220;

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.