Authentizität – Ein Gastbeitrag von Alexander Dahms (www.sternengreifer.de)

Hey mein/e Liebe/r

Du wirst mich wahrscheinlich noch nicht kennen. Mein Name ist Alex (28), ich bin Kreativling, Lebensabenteurer und verrückt. Ja genau, Du hast richtig gelesen: VERRÜCKT. Das bedeutet nicht, dass ich Stimmen höre, auf einem Drogenrausch hängen geblieben bin oder ein ähnliches, mentales Defizit habe. Dieses eine Wort, was viele Menschen direkt aufhorchen und zurückschrecken lässt, ist für mich absolut nicht bedenklich. Woran das liegt? Ich verstehe dieses Wort in einem anderen Kontext.

Lasse mich dem Wort ein kleines Element hinzufügen und Du kannst mich vielleicht besser verstehen. Ver-rückt. Mit dem zugefügten Bindestrich wird dir wahrscheinlich schon auffallen, was ich meine. Ich sehe mich nicht als wahnsinniges Genie an, sondern nur als aus der Gesellschaft herausgerückt. Ich stehe nicht in der Linie mit dem Mainstream und ich tanze auch nicht mit im perfiden Spiel, dass die „Normalen“ in unserer Welt spielen. Ich bin anders und dieses feiere ich jeden Tag auf´s Neue. Doch was hat das mit dem heutigen Thema Authentizität zu tun?

Wie alles begann

Ich bin eines von 2 Kindern. Meine Schwester heißt Alexandra (nein, das ist kein schlechter Scherz) und ich habe Vater und Mutter. Aufgewachsen bin ich in einer ganz normalen Wohnsiedlung mit anderen Kindern, gepflegten Vorgärten und Mittelklasse-Wagen in der akkurat gestrichenen Garage. Schon als kleines Kind war ich oft laut, habe die ganze Nachbarschaft mit meiner Persönlichkeit unterhalten und bin auf die „verrücktesten” Ideen gekommen.

Damals wie heute tanze ich gerne exzessiv und liebe es zu singen, auch wenn ich für beides kein wirkliches Talent habe – so die Meinung der Anderen. Schon schnell kamen die Menschen in meinem Umfeld darauf, auf mich einzureden. Ich sei kein „Profi“ und solle es lieber lassen. Was sollten denn die anderen denken, wenn ich schief singe, wie ein Flummi auf und ab hüpfe und dabei meine Glieder in alle Richtungen werfe. Wollten sie mir tatsächlich das verbieten, was mich ausmachte?

Leider war ich als Kind nicht so stark mich gegen die Meinung anderer zu wehren. Zudem hatte meine Mutter es als Alleinerziehende nicht einfach und ich wollte es ihr mit meinen „Dummheiten“ nicht noch schwerer machen. Daher passte ich mich an, auch wenn das bedeutete, dass ich ein Stück von mir beiseitestellte. Ich fing an die Rolle eines lieben, braven Jungen zu spielen und mein Herz damit zu verraten.

Einige Jahre habe ich das so mitgemacht und wurde vom quirligen Wirbelwind zum Schoßhündchen der Gesellschaft. Statt meinen Ideen nachzugehen, die sich in meinem Kopf als genial anfühlten, ging ich brav zur Schule. Auf die Realschule folgte das Wirtschaftsgymnasium und danach ging ich studieren. Zwar hätte ich nach dem Studium lieber einen fetten Kredit aufgenommen um voll in meine Ideen einzusteigen, wäre lieber durch die Welt gereist und hätte mir eine geile Zeit gemacht, aber weil sich das so nicht gehört, ging ich eben studieren. Alles weil MAN es halt so macht.

Das liest sich nun wahrscheinlich schlimmer als es ist, denn ich habe natürlich meine ver-rückte Seite nie komplett unterdrücken können. Eher gab es kleine Phasen in denen ich – ähnlich wie in einem Hochdruckkessel – mal Luft ablassen musste. Und was ich in diesen Phasen merkte war, dass die Angst vor Ablehnung unbegründet war. Ganz im Gegenteil. Ich habe folgendes beobachtet:

– Es sind die ver-rückten Phasen gewesen, in denen ich mit Menschen am meisten gelacht habe.
– Es sind die ver-rückten Phasen gewesen, in denen ich mich am meisten lebendig gefühlt habe
– Es sind die ver-rückten Phasen gewesen, in denen mich Menschen am meisten um meine natürliche Freude am Leben beneidet haben
– Es sind die ver-rückten Momente gewesen, wo ich immer wieder einen Satz hörte: „ich wäre manchmal auch gerne so mutig wie Du“

Durch all diese Momente hindurch habe ich gemerkt, dass ich gar nicht verkehrt bin. Ich bin genau richtig mit meiner Ver-rücktheit. Und viel wichtiger: ich war ICH! In meinem vollsten Potential und absolut in meinem Element. Das waren die kleine Wiedergeburten meiner inneren Kraft. Authentisch eben!

Echt sein ist in!
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Heute habe ich gelernt mich wieder mit meiner inneren Ver-rücktheit zu verknüpfen und zu zeigen, wer ich bin. Ich bin Youtuber, Blogger und habe einen Kopf voller spannender Projekte, mit deren Vielfalt ich mein Umfeld schon regelmäßig nerve. Für einige von ihnen bin ich der „Tagträumer“ und „unreife Junge“, doch für mich selber bin ich einfach ich. Ich habe eine starke Vision, ein Ideenreichtum der seinesgleichen sucht und den absoluten Willen die Dinge zu tun, die mir Spaß machen.
Was ich mit diesem Artikel ein Stück weit erreichen will, ist dich zu ermutigen. Klar haben wir in unserer heutigen Gesellschaft ein paar generelle Vorgaben was den Umgang mit anderen angeht. So ist für mich der respektvolle Umgang mit JEDEM Menschen und Tier ein absolutes Muss. Ich lebe vegan, liebe bedingungslos und hinterfrage vieles. Und ich möchte, dass Du den Mut hast DEINEN Weg zu gehen, auch wenn dieser Weg nicht der ist, den anderen für dich ausgesucht haben.

Ich liebe den Spruch: „Wer nicht vom Weg abkommt, der bleibt auf der Strecke“

Willst du nicht auch gerne mal vom Weg (den die Gesellschaft als „normal“ vorgibt) abkommen und dabei tolle neue Landschaften entdecken? Natürlich wirst Du auf diesem Weg auch mal durch unwegsames Gelände laufen müssen, Du wirst fallen und wieder aufstehen. Aber Du wirst Spaß haben! Oder willst Du lieber die ausgetrampelten Pfade gehen, die alle bereits vor dir auch gegangen sind?

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Gesellschaft einen ordentlichen Druck auferlegen. Auch ist es leichter darüber zu schreiben als es tatsächlich in die Tat umzusetzen, aber lass mir dir ein paar Stützen an die Hand geben.

Hör auf deine innere Stimme

Du kannst es nie allen Menschen Recht machen und das sollte auch nie dein Ziel sein. Wichtig ist, dass Du Deinen Weg gehst, der sich für dich richtig anfühlt. Denn wenn Du so lebst wie dein Herz es dir vorgibt, dann wirst Du immer auf dem richtigen Weg sein!

Du entscheidest über dein Leben – In jeder Sekunde

Peter ist ein ganz normaler Typ, der im Schichtsystem arbeitet. Jede Pause kam er in die Kantine, setzte sich neben seine Kollegen und öffnete seine Brotbox. „Man schon wieder Salami! Bäh!“. Er schmiss sein Brot weg und ging wieder an die Arbeit. Nächsten Tag dasselbe Spiel – er kam, setzte und schmiss. So ging es weitere sieben Tage bis ihn der erste Kollege ansprach: „Ey Peter, wenn Du keine Salami magst, dann sag deiner Frau sie soll dir keine Brote mehr mit Salami schmieren.“ Peter schaut ihn an und erwiderte: „Aber ich schmiere mir meine Brote doch selbst“.

Diese kleine Geschichte verdeutlicht eindrucksvoll was viele Menschen tagtäglich mit sich machen. Sie verraten sich selbst, machen sich ihre eigenen Probleme und beschweren sich dann darüber. Alles was Peter hätte tun müssen ist raus aus der Opferrolle und handeln. Also los!

– Wenn Du deinen Job hasst – kündige!
– Wenn Du deinen Partner nicht mehr liebst – dann kitte es oder trenn dich!
– Wenn Du unzufrieden mit deinem Körper bist – trainiere!
– Wenn Du keine Salami essen willst – Pack Tofu auf´s Brot!

Wer sagt was?

Im Laufe unseres Lebens bekommen wir so manchen „guten Rat“. Als Veganer kennt man es umso besser. Selbst die Menschen die sich am ungesündesten ernähren, werden zum absoluten Ernährungsberater wenn sie hören, dass ich mich vegan ernähre. Dir fehlt B12! Du hast Eisenmangel! Das kann nicht gesund sein! Lässt Du deine Blutwerte untersuchen? etc.

In den vergangenen Jahren hat mich jedoch eine Frage gelehrt die Experten von den Dampfplauderern zu unterscheiden: „wer sagt was?“ Wenn mir ein Angestellter kurz vor dem Burnout erzählt wie toll es ist Angestellter zu sein, werde ich ihm glauben? Wenn mir ein Raucher etwas über gesundes Leben erklärt, werde ich ihm glauben? Wenn mir jemand der von Hartz IV lebt etwas über finanziellen Erfolg erzählt, werde ich ihm glauben? Natürlich nicht! Du solltest a) immer auf deinen Bauch hören und b) nur den Leuten glauben, die bereits das erreicht haben was sie dir erzählen. Denn das ist gelebtes Wissen und…du ahnst es schon…Authentisch.

Die Illusion vom „perfekten“ Leben

In meinen Augen ist unsere moderne Gesellschaft ein Meister der Illusion. Täglich wird uns ein Bild eines perfekten Lebens gezeigt, welches jedem die absolute Erfüllung vorgaukelt. Du brauchst diesen Sportwagen um glücklich zu sein. Du brauchst Markenklamotten von YX um akzeptiert zu werden. Rauchen und Alkohol bringen Genuss und Gemeinschaft. Hinzu kommen ein/e Partner/in, 2 Kinder, Haus, Hund und Baum und das Leben ist geritzt.

Doch stimmt das wirklich? Wer bestimmt, dass ich heiraten muss? Keiner außer mir! Also komm raus aus der Illusion und lebe das Meisterwerk, das sich dein Leben nennt.

Ein erfolgreiches Leben misst man nicht in Zahlen!

Spulen wir einmal vor zum Ende deiner Tage. Du liegst auf dem Sterbebett und schaust zurück auf dein Leben. Willst Du tatsächlich die Genialität deines Lebens an Zahlen messen, so wie ein wirtschaftliches Jahr einer herzlosen Firma? Ich habe 3 Kinder, 1.000.000€ auf der Bank, 8 Urlaube gemacht, 60 Jahre gearbeitet… (Du kannst die Reihe beliebig fortführen)

Ich habe aufgehört „Erfolg“ in Zahlen, Daten und Fakten zu messen. Vielmehr messe ich meinen Erfolg darin,

– wie viele Songs ich voller Inbrust gesungen habe
– wie viele Nächte ich durchgetanzt habe zu meiner Lieblingsmusik
– wie viele Abende ich Seite an Seite mit Freunden verbracht habe
– wie viele Menschen ich berührt, inspiriert und zur Seite gestanden habe
– wie viele Momente ich wirklich und bedingungslos geliebt habe
– wie viele Tage ich glücklich gewesen bin
– wie viele Tage ich WIRKLICH intensiv gelebt habe

Und ich würde mich freuen, wenn Du es mir nachmachst. Natürlich nicht 1:1 denn sonst würde ich das Thema Authentizität hier vollkommen verfehlt haben. Aber ich möchte, dass Du dir auch erlaubst deine ganz eigene „Ver-rücktheit“ zu leben und authentisch zu sein. Ich wünsche dir einen ganz großen Mutausbruch mit dem Wissen, dass Du die Spielregeln bestimmst. In jeder Sekunde!

Viele von uns kommen als Original auf die Welt und sterben als Kopie…Was willst Du sein? Wähle deine Seite!

Von Herzen alles Gute für dich und dein Leben
Dein Fan Alex

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Stefano über Alex

Ich hab Alex auf meinem Faces of veganisim Fotoshootig am Hamburger Fischmarkt kennengelernt, wir hatten nur gute 3 Minuten fürs fotografieren & um kurz zu quatschen da ich an dem Tag 100 Veganer Portraitiert habe, diese Zeit hat Alex wirklich smart genutzt und sich mit seiner erfrischenden ehrlichen Art und seinen wahnsinnig tollen & inspirierenden Ideen in mein Herz und nun auf meinen Blog geschlichen als erster Gastautor überhaupt…Wir haben noch viele Ideen und ich freu mich drauf in Zukunft immer mal wieder was mit ihm zu machen denn auch er lebt „Stay true and never give up“

Seine Seiten und mehr Infos zu all den Dingen die Alex so macht,
findest du u.a. unter den folgenden Links.

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0 Gedanken zu „Authentizität – Ein Gastbeitrag von Alexander Dahms (www.sternengreifer.de)&8220;

  1. Im grossen und ganzen stimme ich dem Artikel zu aber um mal etwas zum denken an zu geben was waere passiert, wenn sich Stefano sich nicht auf den Weg mit den ausgetrettenen Pfaden (den Camino) gemacht haette?!?…. und die sind wirklich ausgetretten, ich bin extra zweimal den Weg gelaufen. Wie Du schon sagst, soll man seinen eigenen „ver-rueckt“ Weg gehen aber manchmal ist es auch gut ausgetrettene Pfade zu nehmen. Euer Marcus

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