Vom Fernweh nach meinem Jakobsweg & wieder ankommen im normalem Leben nach 800 km zu Fuss

Ich hab lange gebraucht um wieder im normalen Leben anzukommen, ich bin am 26.7.2015 wiedergekommen, von meinem veganen Jakobsweg von dem auch mein Buch „Ich bin dann mal Veg! (an)“ handelt das noch diesen Monat in den Handel kommt.

Cover ( Arbeitstitel )
Einer der Cover Entwürfe von „Ich bin dann mal Veg“ (an)“

Ich hatte & habe immer noch jeden Tag ab dem Moment wenn ich aufwache und realisiere das ich wieder nicht in Spanien bin, wieder nicht meinen Rucksack packe, wieder nicht meine Wanderschuhe schnüre,
die Trekking Stöcke nehme und morgens um 5 oder 6 Uhr in einen langen Tag auf dem Jakobsweg starte um mir am Abend maximal sorgen zu machen darum in welcher Herberge ( Alberque ) ich schlafe oder wo ich Avocado´s, gutes Brot & Oliven zum Abendbrot herbekomme unfassbare Sehnsucht nach der Zeit auf dem Weg.

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Ein typisches Abend/Mittagessen auf meinem Camino

Fernweh ist wirklich schlimm, bricht es einmal richtig aus, es kann streckenweise so schlimm werden das es vom Gefühl an Depressionen und Burn Out kratzt.

Das ist unter anderem so, weil der Camino mein ganzes Leben & Handeln so umgekrempelt hat, all mein Denken & alle Dinge im Leben die bisher wichtig waren sah ich als ich in Finisterre nach 5 Wochen & 800 km wandern ankam komplett anders.

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Noch 50 km bis Santiago

Auch die Menschen die Zuhause warteten und natürlich mich selbst sah ich in einem anderen Licht, das ganz war Psychisch eine echte Herausforderung mich hier wieder zurecht zu finden.

Das ist es bis heute und ich bin froh wenn ich im März, so wie es aussieht dieses mal mit Dominik von Domibility den nächsten gehen kann, geplant sind für 2016 der  Camino Portugues von Porto bis nach Finisterre sowie einer der Deutschen Jakobswege von Hamburg nach Köln.

Mein veganer Jakobsweg war meine allererste echte Reise, mein Leben lang war ich entweder zu „Arm“ für Urlaub im Ausland und als ich mich dann zusammengerissen, mein Leben in die Hand genommen habe um Karriere als Fotograf zu machen hab ich nur noch wie ein blöder gearbeitet.

Ich bin nie mit mir alleine gewesen oder hab es mal geschafft, Privat für einen Urlaub aus Deutschland, geschweige denn aus Hamburg raus zu kommen.

Auch dachte ich mein Leben lang,
ich brauche das nicht, ich lebe in der schönsten Stadt der Welt, ich muss nichts von der Welt sehen, kein Englisch lernen, kein Geld dafür ausgeben in ferne Länder zu reisen…

Ich sag euch eines, ich lag komplett falsch…!

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Kurz vor dem Cruz de Ferro, eine Nacht unter Sternen im freien unter der Milchstraße, was für ein Erlebnis.

Als ich in Finisterre ankam, dann das erste mal in meinem Leben bis zum Bauch mit meinen wund gelaufenen Füssen die mich die letzten Wochen mehr als achthundert Kilometer weit getragen hatten in einem echten Ozean, nämlich dem Nord Atlantischen stand hab ich ohne es steuern zu können angefangen zu heulen.

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Die Straße zum „Lighthouse“ in Finisterre

 

Weil mir bewusst wurde WIE SEHR ich diese Reise gebraucht habe…

Ich war in diesem Moment gleichzeitig unendlich traurig aber auch unfassbar glücklich, ich fragte mich warum ich nicht schon 15 Jahre vorher den Schritt gewagt habe über mich selbst hinaus zu wachsen.

Dieses Erlebnis am Ende meines Camino´s war wie ein Trauma für mich und hat all mein Denken & Handeln bestimmt in den letzten Monaten.

Ja ich bin zurück, zu mindestens körperlich.

Seelisch bin ich immer noch am wandern, ich träume jede Nacht von meinen Erlebnissen auf dem Weg und habe immer noch meine Freunde Sarah, Nora, Philip, Megan & Analouse an meiner Seite und habe jede Stunde Sehnsucht nach der Leichtigkeit die mich dort das erste mal in meinem Leben begleitet hat…

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Zwei der tollsten Frauen auf der Welt, Sarah & Nora 

Das ist wie Liebeskummer, nur noch intensiver…

Es hat sich unheimlich viel geändert in meinem Alltag durch den Camino, ich plane noch mehr zu ändern.

Unter anderem habe ich wie schon mehrfach angedeutet, ein Buch geschrieben über meine Erlebnisse auf meinem veganen Jakobsweg.

Dieser Weg war nur die Spitze vom Eisberg meiner Veränderungen.

„Ich bin dann mal Veg! (an)“ kommt diesen Monat in den Handel und die knapp Tausend Stunden die ich an dem Buch geschrieben habe waren wie eine Therapie für mich.

Es hat den Grundstein gelegt um meine Arbeit als Veganer Autor & Food/Lifestyle Blogger von Stefano Vicinoadio’s Veganes Experiment umzustellen.

Der Fokus soll in Zukunft in auf das Reisen als Veganer gelegt werden,
in Zukunft werde ich also wenn alles klappt mehr über die Abenteuer berichten die man erlebt wenn man als Veganer durch die Welt reist,
statt wie bisher meinen Fokus auf Rezepte & den allgemeinen Umstieg auf eine vegane Ernährung zu legen wie in den letzten 3 Jahren.

Auch wenn dieser Teil von VGNEXP immer eine wichtige Rolle spielen wird und auch weitere Kochbücher in Planung sind.

Diesen Schritt und viele weitere hätte ich ohne meinen Camino niemals auch nur in Erwägung gezogen.

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Pilgern auf dem Jakobsweg verändert alles,
wie beim Schritt in ein gesünderes Leben durch meine Ernährungsumstellung vor drei Jahren, nämlich der veganen Ernährung, die mir ja erst meine Gesundheit soweit zurückbrachte das ich Ihn gehen konnte gilt hier auch…

Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt
Laotse

Auch wenn du nach 1 Million Schritten, 800 KM angekommen bist,
der Weg endet nicht, du gehst weiter ob du willst oder nicht…

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Angekommen in Santiago de Compostela und doch noch unterwegs im Herzen…

Viele nachdenkliche Grüße
Euer Stefano

0 Gedanken zu „Vom Fernweh nach meinem Jakobsweg & wieder ankommen im normalem Leben nach 800 km zu Fuss&8220;

  1. Hallo,

    ich bin auch dieses Jahr den Jackobsweg gelaufen.
    Ich bin mitte Juni zurück gekommen und so wie du, kann mich hier nicht finden. Ich bin ständig mit meine Gedanken unterwegs. Der Alltag, der Stress die ich momentan habe, das alles mach mich traurig. Ich weiss dass ich es alles schaffe, ich weiss der Gott ist mit mir. So wie auf dem Camino. Trotzdem ich fühle mich irgendwie komisch, so wie wenn ich an falsche Platzt gewesen wäre. Ich brauche wieder die Ruhe. Das fehlt mir. Ich möchte genauso wie du beschrieben hast, einfach um 5-6 Uhr loslaufen und sich nur um des kümmern wo ich heute übernachte. Gruß Kasia

  2. Mein Camino liegt noch vor mir. Am 13.3.2017 geht es los.
    Gestern kam dein Buch & gerade habe ich es aus gelesen.
    Es hat mich ganz tief berührt. Da ich seit 3 Jahren selbst veganerin bin, auch „Sorgen“ genommen.
    In 180 Tagen geht es los & ich bin in den Vorbereitungen.
    Den Tee möchte ich mir gerne auch kaufen. Und den Button von der Frau die nach Jerusalem möchte.
    Danke Stefano für deine Geschichte über deinen Weg.
    Ich wünsche dir Gottes gigantischen Segen & dass du ihn immer fühlst ganz nah bei dir.

    Er wird dich mit seinen Flügeln bedecken und du findest bei ihm Zuflucht.
    Psalm 91,4

    1. Vielen lieben Dank für deinen tollen Kommentar, er hat mich sehr berührt und ich wünsche dir Buen Camino wenn du einen Tag nach meinem 38 Geburtstag losgehst und Gottes Segen für jeden der 1 Million Schritte auf deinem Jakobsweg.

      Viele liebe Grüße
      Stefano

  3. Bin schon zwei mal einen Caminho gegangen. Den Portugues mit 14 den Via dela Plata (nicht den ganzen) gerade vor einer Woche mit 15. Der vor einer Woche hat mein Leben komplett verändert ich habe so viel nachgedacht und habe auch total viel umgestellt z.B. von vegetarisch auf vegan, versuche im minimalismus zu leben und mehr entspannt zu sein… Genau wie du habe ich totales Fernweh nach dieser Ruhe und der Freiheit die man spüht. Ich sehe meine Freunde plötzlich mit anderen Augen oder muss meinen Eltern klar machen, dass ich nicht das normale Mädchen sein will und selber über mein Leben entscheid, denn meine Eltern würden mir selbst das vegetarische verbieten. Aber der Weg hat mir so viel Kraft und Entschlossenheit gegeben, dass ich mir nicht vorschreiben lasse was ich zu tun und zu lasse habe! Ich kann dich also sehr vestehen und wünsche dir noch viele andere Caminos Stefano!!

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